Zurück zum Modell

Seite 1 — Verstehen

Human Factory · Themenwelt 04 · Modell 03

Transferforschung

Mary Broad & John Newstrom · 1992

03

Seite 1 / 2

Kern-Aussage

Lernen, das im Arbeitsalltag nicht ankommt, ist verlorene Investition. Nur 10–20 % des Trainingsinhalts wird dauerhaft transferiert — der größte Hebel liegt nicht im Training, sondern in der Umgebung davor und danach.

Was Transfer fördert — was ihn verhindert

+ Anwendung unmittelbar nach dem Training

+ Führungskraft fragt aktiv nach

+ Klare Relevanz für die Praxis

Zu viel Zeit bis zur ersten Anwendung

Führungskraft zeigt kein Interesse

Inhalte wirken abstrakt und fern

3 Kern-Gedanken

  • 01

    Nur 10–20 % des Trainingsinhalts wird dauerhaft transferiert — der größte Hebel liegt nicht im Training selbst, sondern in der Umgebung danach.

  • 02

    Die Führungskraft ist der stärkste Einzelfaktor: Wer vorher Erwartungen setzt und nachher nachfragt, steigert die Transferrate signifikant. Gleichgültigkeit kostet mehr als das schlechteste Training.

  • 03

    Was nach dem Training passiert, entscheidet über den Wert der Investition — nicht das Training selbst. Transfer muss geplant werden.

Human Factory

human-factory.de/inside/lernen

QR Code

Seite 2 — Arbeiten

Human Factory · Transferforschung

Broad & Newstrom · 1992 · Seite 2 / 2

Arbeiten

Praxis

Stolperfallen

  • Training ohne Transfer-Design: Inhalte vermitteln, ohne Anwendungsaufgaben oder Nachfolgegespräche einzuplanen.
  • Führungskraft ignoriert das Training — kein Vorher-Briefing, kein Nachher-Nachfragen, kein Raum für Anwendung.
  • Transfer messen heißt: Teilnehmerbefragung am letzten Seminartag. Wirklicher Transfer zeigt sich erst nach Wochen.

Woran erkenne ich Fortschritt?

  • +Vier Wochen nach einem Training können Teilnehmende konkret benennen, was sie anders machen.
  • +Führungskräfte kennen die Trainingsinhalte ihrer Mitarbeitenden und fragen aktiv nach der Anwendung.
  • +Neue Konzepte oder Methoden tauchen im Arbeitsalltag auf.
  • +Trainingserfolg wird nicht an Zufriedenheit, sondern an Verhaltensveränderung gemessen.

Buzzword-Check

  • 70-20-10: Orientierungsmodell, kein Gesetz. 70 % durch Praxis heißt nicht, Trainings zu streichen.
  • Blended Learning: Verbindet Formate — löst aber nicht das Transfer-Problem. Transfer entsteht durch Umgebung, nicht Format-Mix.
  • Nachhaltiges Lernen: Nachhaltig ist Lernen, wenn Verhalten sich nach 3 Monaten nachweislich verändert hat.

Einsatzmöglichkeiten

  • FK-Entwicklung: Transfer-Check nach 6 Wochen: Was wurde konkret angewendet? Welche Hindernisse gab es?
  • Trainingsdesign: Transfer-Aufgaben als festen Bestandteil jedes Formats einplanen — noch vor der ersten Session.
  • HR-Reporting: Nicht Trainingstage messen, sondern Anwendungsquote nach 4 Wochen.
  • FK-Briefing: Vor jedem Training: FK informieren, was ihre Rolle beim Transfer ist — und was danach von ihnen erwartet wird.

Was kann ich morgen schon tun?

1

FK-Briefing vorbereiten

Vor dem nächsten Training die Führungskraft informieren, was Transfer von ihr erfordert — vorher Erwartungen setzen, nachher nachfragen.

2

Transferaufgabe definieren

Für das nächste Training eine konkrete Handlung festlegen: Was wird bis wann ausprobiert? Und wer fragt nach?

3

Transfer-Check einplanen

4–6 Wochen nach dem nächsten Training ein kurzes Gespräch fest einplanen: Was wurde angewendet? Was hat Transfer verhindert?

Meine Gedanken

Human Factory

human-factory.de/inside/lernen

QR Code

Im Browser: „Als PDF speichern" wählen · Seitenlayout: Hochformat · Ränder: Keine