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Seite 1 — Verstehen

Human Factory · Themenwelt 03 · Modell 06

Self-Efficacy

Albert Bandura · Soziale Lerntheorie · 1977

06

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Kern-Aussage

Nicht ob jemand etwas kann, entscheidet über Leistung — sondern ob er glaubt, es zu können. Selbstwirksamkeit ist aufgabenspezifisch, messbar und trainierbar: einer der stärksten Prädiktoren für menschliches Handeln.

Die vier Quellen der Selbstwirksamkeit

01

Bewältigungs­erfahrungen

Eigene Erfolgserlebnisse — wer schwierige Aufgaben gemeistert hat, traut sich mehr zu.

02

Stellvertretende Erfahrungen

Andere bei ähnlichen Aufgaben beobachten: 'Wenn die das schafft, kann ich das auch.'

03

Soziale Überzeugung

Glaubwürdiges Zutrauen von anderen — gezieltes Feedback durch Personen, deren Urteil zählt.

04

Körperl. & emotionale Zustände

Anspannung als normale Aktivierung einordnen — nicht als Zeichen von Unfähigkeit.

3 Kern-Aussagen

  • 01

    Self-Efficacy ist nicht Selbstvertrauen im Allgemeinen — sie ist immer aufgaben- und situationsspezifisch. Der Glaube verändert, was tatsächlich möglich wird.

  • 02

    Kollektive Selbstwirksamkeit — das gemeinsame Zutrauen eines Teams — ist ebenso starker Prädiktor für Teamleistung wie individuelle Self-Efficacy für Einzelpersonen.

  • 03

    Frühe Erfolgserlebnisse sind der stärkste Hebel — Bewältigungserfahrungen überwiegen alle anderen Quellen bei weitem.

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Seite 2 — Arbeiten

Human Factory · Self-Efficacy

Albert Bandura · 1977 · Seite 2 / 2

Arbeiten

Praxis

Stolperfallen

  • Selbstwirksamkeit mit allgemeinem Selbstvertrauen gleichsetzen — sie ist immer aufgaben- und situationsspezifisch.
  • Lob ohne Bezug zu Kompetenz oder Einsatz geben — 'Du bist toll' stärkt Self-Efficacy nicht.
  • Herausforderungen zu früh oder zu steil gestalten — Überforderung zerstört die Quelle Bewältigungserfahrung.

Woran erkenne ich Fortschritt?

  • +Mitarbeitende übernehmen eigeninitiativ anspruchsvollere Aufgaben — ohne explizite Aufforderung.
  • +Nach Rückschlägen steigt der Einsatz, statt dass das Engagement einbricht.
  • +Das Team traut sich als Ganzes mehr zu — kollektive Selbstwirksamkeit wächst.
  • +Personen attribuieren Erfolge zunehmend auf eigene Kompetenz und Einsatz.

Buzzword-Check

  • Mindset: Self-Efficacy ist aufgabenspezifisch und messbar — kein diffuses Wachstumsdenken, sondern konkrete Kompetenzüberzeugung.
  • Motivation: Selbstwirksamkeit erklärt, warum Menschen schwierige Aufgaben angehen oder meiden — das geht tiefer als Motivationstheorien.
  • Empowerment: Empowerment beschreibt Rahmenbedingungen; Self-Efficacy ist die internalisierte Überzeugung — beides ist nötig, aber nicht dasselbe.

Einsatzmöglichkeiten

  • Onboarding: Frühe Erfolgserlebnisse bewusst einbauen — der stärkste Hebel für nachhaltige Selbstwirksamkeit.
  • Entwicklungsgespräche: Feedback explizit auf Kompetenz und Einsatz lenken: 'Das hast du durch deine Vorbereitung ermöglicht.'
  • Führungsverhalten: Vorbilder sichtbar machen — wer hat eine ähnliche Herausforderung gemeistert? Rollenmodelle gezielt einsetzen.
  • Kollektive Wirksamkeit: Teamerfolge analysieren: Was hat das möglich gemacht? Wirksamkeitsüberzeugung als Team aufbauen.

Was kann ich morgen schon tun?

1

Erfolgserlebnisse einbauen

Aufgabe identifizieren, bei der das Team oder eine Person sicher erfolgreich sein kann — und diesen Erfolg bewusst sichtbar machen.

2

Kompetenz-Feedback

Im nächsten Gespräch: nicht 'Gut gemacht' — sondern 'Das hast du durch X möglich gemacht.' Kompetenz konkret benennen.

3

Vorbilder aktivieren

Wer im Team hat eine ähnliche Herausforderung gemeistert? Diese Person sichtbar machen und über den Weg sprechen lassen.

Meine Gedanken

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