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Seite 1 — Verstehen

Human Factory · Themenwelt 01 · Modell 05

Task Conflict vs.
Relationship Conflict

Karen Jehn · Wharton School · 1994

05

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Kern-Aussage

Nicht jeder Konflikt ist ein Problem. Die Art des Konflikts entscheidet alles: Sachliche Auseinandersetzungen verbessern Entscheidungen — interpersonelle Spannungen zerstören sie.

Zwei Typen (Jehn, 1994)

Task Conflict

Sachliche Auseinandersetzung über Ziele, Strategien, Entscheidungen

  • Verbessert Entscheidungsqualität
  • Fördert kreative Lösungen
  • Funktional — wenn Psych. Sicherheit hoch

Relationship Conflict

Interpersonelle Spannungen und Antipathie zwischen Personen

  • Reduziert Leistung und Qualität
  • Zerstört Vertrauen und Zusammenhalt
  • Dysfunktional — fast ohne Ausnahme

Task Conflict kann kippen — wenn Psych. Sicherheit fehlt

3 Kernaussagen

  • 01

    Teams ohne Task Conflict neigen zu Groupthink: Man einigt sich schnell — nicht weil die Lösung gut ist, sondern weil niemand widerspricht.

  • 02

    Relationship Conflict ist fast immer dysfunktional und muss frühzeitig adressiert werden — er löst sich nicht von selbst.

  • 03

    Die Fähigkeit einer Führungskraft, zwischen beiden Typen zu unterscheiden und entsprechend zu reagieren, ist entscheidendes Führungshandwerk.

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Seite 2 — Arbeiten

Human Factory · Task vs. Relationship Conflict

Karen Jehn · 1994 · Seite 2 / 2

Arbeiten

Praxis

Stolperfallen

  • Jeden Konflikt als Problem behandeln — das verhindert produktiven Dissens und kostet Entscheidungsqualität.
  • Task Conflict ohne psychologische Sicherheit riskieren — er kippt schnell in Relationship Conflict.
  • Relationship Conflict aussitzen — er löst sich nicht von selbst und vergiftet die Sachebene.

Woran erkenne ich Fortschritt?

  • +Das Team benennt Dissens produktiv — 'Ich sehe das anders, weil...' ist normal.
  • +Entscheidungen werden seltener einstimmig ohne Diskussion getroffen.
  • +FK interveniert differenziert — unterbindet Eskalation, nicht Widerspruch.
  • +Interpersonelle Spannungen werden frühzeitig angesprochen.

Buzzword-Check

  • Harmonie: Schneller Konsens ist kein gutes Zeichen — oft Groupthink.
  • Konfliktvermeidung: Verhindert Task Conflict und damit Perspektivenvielfalt.
  • Teamentwicklungstag: Löst Relationship Conflict nicht strukturell.

Einsatzmöglichkeiten

  • Entscheidungsprozesse: Dissens explizit einladen als feste Frage.
  • FK-Coaching: Eigene Reaktion auf Widerspruch beobachten.
  • Teamdiagnose: Wird in Meetings offen widersprochen oder nur genickt?
  • Moderationsdesign: Spielregeln für konstruktive Auseinandersetzung.

Was kann ich morgen schon tun?

1

Dissens einladen

In der nächsten Entscheidungsrunde explizit fragen: 'Wer sieht ein Risiko? Wer würde das anders entscheiden?'

2

Eigene Reaktion beobachten

Bei der nächsten Kritik oder dem nächsten Widerspruch: Werde ich defensiv? Unterdrücke ich sachliche Einwände?

3

Spannung benennen

Eine bestehende interpersonelle Spannung im Team direkt und früh ansprechen — bevor sie die Sachebene vergiftet.

Meine Gedanken

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